Wales 9.6. bis 13.6.2014

Im Rahmen des Comenius-Projektes durfte eine Delegation von vier Lehrerinnen unserer Schule zum Abschlusstreffen nach Wales reisen. Wir, das sind Frau Hunger, Frau Kurz, Frau Sedlmair und Frau Leutz, haben uns am Montag, den 9.6., in Berlin-Schönefeld mit viel Vorfreude in den Flieger gesetzt. Frau Sedlmair war bereits durch die anderen Treffen schon ein alter Hase und wusste in etwa, was auf sie zukommen würde. Wir anderen waren sehr gespannt und neugierig, was wir erleben würden. In Bristol wurden wir freudig von Mr. Guy, dem Head teacher (Schulleiter) der Gilwern Primary School erwartet, der uns mit seinem Auto nach Usk in unser Hotel brachte. Nach dem Einchecken ging es gleich in ein nahe gelegenes Restaurant. Dort warteten Lehrerinnen und Lehrer aus Gilwern/Wales und Malaga/Spanien bereits auf uns. Schnell stellten wir erleichtert fest, dass es keine Berührungsängste gab und sofort nette und unkomplizierte Gespräche geführt wurden. Persönliche Ängste vor dem Englischsprechen verschwanden bereits bei diesem ersten Arbeitsessen.

Am Dienstag wurden wir um kurz nach 9:00 Uhr abgeholt und nach Gilwern zur Schule gefahren. Dort stieß dann auch die Delegation aus Nordirland dazu. Nach einer kurzen Einführung wurden wir durch die ganze Schule geführt und durften in alle Klassenräume schauen. Wir sollten einen ersten Eindruck bekommen, der dann am Mittwoch intensiviert werden sollte. Natürlich fielen uns zuerst Dinge ins Auge, die so ganz anders sind als bei uns. Dazu gehörten z.B. die Schuluniformen, die Wände über und über mit Lernpostern, aufwendigen Schülerarbeiten und Kunstwerken bedeckt, der große Mehrzweckraum, in dem Sport gemacht wird und der ebenso als Speiseraum und Aula dient.

Nach einem kleinen Imbiss stand eine Wanderung gemeinsam mit der 6. Jahrgangsstufe auf dem Programm. Dazu ging es in die nahe liegende Bergregion. Ein Wanderführer erklärte uns die Geschichte der Landschaft. Besonders ins Zeug legte sich an diesem Nachmittag auch das walisische Wetter. Es zeigte sich von seiner typischen Seite, so dass am höchsten Punkt der Wanderung ein Gewittersturm über uns hereinbrach. So nass sind wir noch nie geworden – nein stimmt nicht – es war eigentlich wie morgens unter der Dusche. Sensationell tapfer waren die Kinder, die ohne Meckern und Murren einfach lustig durch die Pfützen und Spontanbäche gehüpft sind. Unsere Schuhe schafften es nicht mehr, innerhalb der Reise zu trocknen.

Am Mittwoch durften wir wieder am Schulvormittag teilnehmen. Diesmal konnten wir an verschiedenen Unterrichtsstunden teilnehmen und den Schülern über die Schulter gucken. Die Kinder werden in Wales bereits mit vier und fünf Jahren eingeschult. Dadurch ist der erste Jahrgang vergleichbar mit der ehemaligen Vorschule bei uns. Die Kinder werden in sehr offenen Unterrichtsformen unterrichtet. Besonders hilfreich ist hier, dass der Klassenlehrerin für jeweils acht Kinder ein Teacher-Assistent zur Seite steht. Die Räume der ersten drei Jahrgangsstufen gehen offen ineinander über und überall trifft man auf kleine Lerngruppen. Die Regale sind voller Anschauungsmaterial und in jedem Raum gibt es ein Smartboard. In den Jahrgangsstufen vier bis sechs gibt es getrennte Klassenräume. Die Kinder arbeiten an Gruppentischen an ganz unterschiedlichen Themen und Fächern. Das ist möglich, da der Klassenlehrer alle Fächer unterrichtet. Besonders eindrucksvoll war der Walisisch-Unterricht, da die Sprache für uns völlig unverständlich war. Vor einer kleinen Mittagspause präsentierten uns alle Kinder der Schule ein kurzes Rahmenprogramm. Es wurde gesungen, auf Instrumenten gespielt und in Trachten traditionelle Tänze getanzt.

Am Nachmittag besichtigten wir einen historischen Ort, das Bergwerk „Big Pit“. 90 Meter unter der Erde wurde uns sehr eindrucksvoll demonstriert, unter welchen Umständen die Menschen in diesen Bergwerkwerken gearbeitet haben und wie vor allem auch kleine Kinder unter Tage um ihre Kindheit gebracht wurden.

Da wir den Schulalltag mit so vielen Gästen nicht noch einen Tag belasten konnten, war am Donnerstag der Besuch von Cardiff geplant. Nach einer Besichtigung des Castles und einem Mittagessen, durften wir eine Stunde lang nach Mitbringseln Ausschau halten. Diese Zeitbegrenzung war ganz schön hart! Nach einer Bootsfahrt ging es wieder zurück nach Usk und dann zum Abschlussabend. Auf unserem Programmzettel stand etwas von einem Tanzabend mit traditionellen Tänzen. Schnell mussten wir feststellen, dass wir keine Zuschauerplätze bekamen, sondern aktiv an einem Tanzkurs teilnehmen durften. Das war wirklich ein großer Spaß und ein krönender Höhepunkt einer wunderbaren Reise.

Zum Abschluss möchten wir sagen, es war toll, dass wir als Lehrer eine solche Möglichkeit bekommen haben, Kontakte zu Lehrern anderer Länder zu knüpfen und in deren Schulalltag blicken zu dürfen. Unsere Koffer waren auf der Rückreise voll mit Anregungen für unseren eigenen Unterricht und Schulalltag. Hoffentlich kann auch in der Zukunft unsere Schule an solchen wichtigen Projekten teilnehmen, dann gemeinsam mit Schülern!